Samstag, 27. August 2011

omertà the code of silence




(...)The tracks aren't denunciations but blunt warnings: If you betray, you pay.In that regard, it's difficult to kick back and enjoy the music à la ''Buena Vista Social Club'' (...)

die site zur triologie: malavita.com




















'Il Canto di Malavita -   la Musica della Mafia heißt die erste der CDs einer Trilogie über die Musik Süditaliens, die die Verdienste der Mafiosi würdigt, Geschichten über Mafiosi erzählt und die Mala Vita, das "schlechte Leben", also das Leben als Verbrecher und Gesetzloser, glorifiziert und verklärt.


'Il Canto di Malavita' war zu ihrem Erscheinen in Italien verboten und hat dennoch, vor allem in Deutschland und den USA, hunderttausende Stück verkauft. Die Nachfolgeralben 'Omerta, Onuri e Sangu' (übersetzt etwa mit "Schweigsamkeit, Ehre und Blut, die drei Säulen der Mafia) und 'Le Canzoni Dell' Onorata Società' (übersetzt "die Lieder der ehrenwerten Gesellschaft", gemeint ist die N'Drangheta aus Kalabrien) waren nicht weniger erfolgreich.


La Musica
Die Musik der Lieder auf den Mafia-Samplern beruht vor allem auf den aus der italienischen Liedtradition schon bekannten Elementen: dem sentimentalen Schöngesang, italienisch Belcanto, und der Tarantella. Der vorherrschende Takt ist bei den meisten der schnelleren Songs der 3/8- oder 6/8-Takt der "Tarantella". Die Tarantella ist ein bereits im Barock beschriebener Tanz, bei dem die von einer giftigen Spinne Gebissenen zu einem schnellen Takt so lange wie wild tanzten, bis sie das Gift herausgeschwitzt hatten - der Therapieerfolg darf bezweifelt werden, aber die Tarantella gilt seither als der originäre italienische Tanzstil. Dazu wird Polka und Walzer gespielt, instrumentiert mit Mandolien, Gitarren, Tamburinen und der auch aus britischen Folk-Zusammenhängen bekannten Drehleier. Außerdem zum Einsatz kommt die Marranzanu (Maultrommel) und die Friscalettu (Hirtenflöte).

'Omerta, Onuri e Sangu' - Verschwiegenheit, Ehre und Blut.Teil 2 der Trilogie über die Musik der Mafia.


Der Exporterfolg der Mafialieder ist in in vielerlei Hinsicht erstaunlich. Aus Italien wurde traditionell vor allem die Musik der "Cantautori" (etwa: Singer-Songwriter) nach Norden exportiert, eine mit Sonne- und Strandgefühlen lackierte Version der Musik etwa Dylans, der Eagles oder von Crosby Stills and Nash, auf deren Originärität die Italiener der 1970er Jahre aus ähnlichen Gründen (und mit ähnlicher Berechtigung) ebenso stolz waren, wie wir auf den ähnlich entstandenen Austropop.


Tradierte Melodien aus den ländlichen Gebieten Italiens waren während dieser Zeit vor allem von Gruppen popularisiert worden, die den politisch Bewegten in Deutschland die Musik der Gewerkschaften (Canti Proletari und Canti Sociali) näher gebracht hatten. Doch wie so vieles, was die so genannten "68er" gerne gehört hatten, hat es auch das italienische Arbeiterlied nicht in den Kanon der widerständischen Popmusik nach 1977 geschafft (obwohl eine Degenhardt- und Georg Kreisler-Renaissance sich schon abzeichnet). Dass es eine (inhaltlich) völlig andere italienische tradierte Musik gibt, wurde dem großen Publikum nördlich des Po erst durch diese CD-Trilogie bekannt.

Werte
Laut den Herausgebern ist die auf den drei CDs zusammengestellte Musik bei kalabresischen Dorffesten von Straßenhändlern auf Musikkassetten verkauft worden. Zum Teil waren diese bis zu 150 Jahre alten Lieder von den Mafia-Paten in Kalabrien und Sizilien bei Volksmusikern in Auftrag gegeben worden, um der Familie bei Festen und Hochzeiten zu huldigen, zum Teil sind die Songs auch im Gefängnis oder auf der Straße entstanden, wo die Mafia bei den ärmeren Schichten Süditaliens für ihr Rebellentum und ihren Mut bis ins späte 20. Jahrhundert eine Art Robin Hood-Status inne hatte.


Diese Selbsteinschätzung darf bezweifelt werden. Der britische Historiker Eric Hobsbawm schreibt in seinem Kapitel über die Camorra in seiner klassisch gewordenen Abhandlung 'Sozialrebellen - archaische Sozialbewegungen im 19. und 20. Jahrhundert', dass "ich nicht glaube, dass die Camorra als eine 'Sozialbewegung' in irgend einer Bedeutung des Wortes angesprochen werden darf, obgleich sie wie alle diejenigen, die kraftvoll genug sind, um die Gesetze der Unterdrückung aus welchen Gründen auch immer zu brechen, etwas von der Bewunderung der Armen für die Briganten genoß, mit Mythen ausgeschmückt und in Liedern 'als eine Art rauher Justiz gegen die Unterdrücker' gefeiert wurde".


Von dieser Art Bewunderung sind die Lieder auf der Mafia-Trilogie. Wer, wie ich, nicht des Italienischen, schon gar nicnt des Kalabresischen mächtig ist, kann diese unhistorische (und auch moralisch zweifelhafte) Selbstdarstellung leicht ausblenden und die hübsche Musik genießen, zu der da der Fememord verherrlicht wird.


'Le Canzoni Dell' Onorata Società' - die Lieder der ehrenwerten Gesellschaft.Teil 3 der Trilogie über die Musik der Mafia.

 




Donnerstag, 18. August 2011

money matters

money, it turned out, was exactly like sex; you thought of nothing else if you didn’t have it and thought of other things if you did.
~ James Arthur Baldwin 


Dienstag, 16. August 2011

es sagte...


"Es werden wesentlich weniger Menschen auf einer Bank gezeugt, als durch eine Bank ins Grab gebracht."

Montag, 8. August 2011

Donnerstag, 4. August 2011

u lupu d'asprumunti...

..."die wölfe vom aspramonte“...
...die geschichte einer flucht ohne ziel...
(franco caruso)