Donnerstag, 7. November 2013

Kirchlicher Segen für Amateurkiller...

...Was sonst? Ist doch das selbst gottgefällige Bodenpersonal des Herrn mit der Wahrung seiner Schöpfungen ausgelastet...da bleibt kein Platz auf der Agenda für das Bewahren der Schöpfung...

Karikatur:  Bruno Haberzettl aus  “Brunos Jagdfieber”

Martinballuch über das Buch

Nachfolgend ein Auszug aus einem Interview mit Bruno Haberzettl anlässlich der Erscheinung von "Brunos Jagdfieber"

(...) Mit der herbstlichen Jagdsaison stehen auch die »Hubertusmessen« vor der Tür. In Wirklichkeit wird die Hubertuslegende in ihr Gegenteil verkehrt: Hubertus war ein wilder Jäger. Und als er eines Tages im Geweih eines Hirsches ein Kreuz sah und Christus sagen hörte: »Hubertus, warum jagst du mich?«, entsagte er fortan der Jagd.
Eigentlich müsste sich Hubertus ja bei jeder Hubertusmesse im Grab umdrehen. - Das wäre doch eine gute Karikatur, oder? Wie Hubertus im Grab rolliert?

Bruno Haberzettl: (lacht) Aber es ist schon interessant, dass gerade der, der die Abartigkeit erkennt und der Jagd abschwört, ihr Schutzpatron ist. Das ist schon sehr interessant! Aber ich glaube, sie identifizieren sich nur mit dem Hubertus der ersten Hälfte, der da herumknallt auf alles, was sich bewegt... Die zweite Hälfte der Geschichte wird einfach ausgeblendet...

Freiheit für Tiere: In der Hubertusmesse sagt der Pfarrer dann, der Jäger soll die Natur achten. Und sie achten ja das Tier, indem sie dem erschossenen Hirsch diesen Zweig als »letzten Bissen« ins Maul legen...

Bruno Haberzettl:
Ach ja, `tschuldigung, das wünscht sich ja jeder Hirsch und jedes Reh, dass es einmal im Leben so einen Zweig drinnen hat... (lacht)Die Hubertusmessen sind ein Paradoxon. Aber die Kirche und die Jäger - das passt eh alles gut zusammen...


Freiheit für Tiere: Die Priester segnen die Waffen, die Jäger, die Jagd - und damit dieses blutige Hobby, den Krieg gegen die Schöpfung. Und legitimieren dies alles damit...

Bruno Haberzettl:
Ich habe als Begleittext zu der Karikatur »Hubertusmesse« geschrieben: »‘Du sollst nicht töten’ - ‘Echte’ Christen wissen, dass dieses eine Gebot vom lieben Gott nicht so ernst gemeint ist.« Und daher sind die Jägersleut in der Kirch’ auch immer willkommen, weil sie für einen reich gedeckten Gabentisch sorgen...

Meine Mutter hat sich wegen dieser Karikaturen schon Sorgen gemacht, weil die Jäger so viel Macht haben und so vernetzt sind: »Da wirst du Schwierigkeiten kriegen«, sagt sie. - Damit rechne ich, und darauf habe ich es durchaus angelegt.
Aber es ist ja wirklich so: die Konzerne, die Kirche, die Richterschaft, die Industrie - das sind alles Jäger. Die fahren dann zum Schießen nach Afrika - leisten kann man sich’s ja und Spaß macht’s auch.(...)

Indes besitzen nicht wenige Hochwürden die Lizenz zum...oder lassen jagen...

Papst Ratzinger liess sich zu Weihnachten 2006 aus Bayern extra ein für ihn hingerichtetes Reh bringen. Barmherzigkeit mit den Tieren? Fehlanzeige!


(...) Dompfarrer Faber,  selbst Jäger,  zelebriert im Stefansdom Hubertusmessen, bei denen auch tote Hirsche in den Dom getragen wurden, segnet diejenigen, die Lust dabei empfinden, Wildtiere zu töten und  nimmt auf die Legende des heiligen Hubertus Rekurs. Er lernt daraus: „Der Mensch beugt sein Knie vor dem Wild, in dem er voller Ehrfurcht seinen Schöpfer erkennt“ – und schießt es über den Haufen.(...)

"Das Motiv der Legende ist keine Schöpfung aus früh-christlicher Zeit. Es kam als Wandermotiv aus dem indisch-buddhistischen Raum über Mesopotamien, Griechenland und Italien nach Westeuropa."
Gleichwohl: Sich für den Erhalt von Flora und Fauna einsetzen. Ehrfurcht und Achtung vor dem Leben – das ist es, wofür Hubertus stand und was er den Jägern als Botschaft hinterliess. (Zitat: Deutscher Jagdverband/Info für Jounalisten)

Hehre Worte des Hubertusordens: "Ehret den Schöpfer, indem ihr seine Geschöpfe ehret"
"Er versteht sich nicht als einer, der eingesetzt wurde als Ausbeuter und Ausplünderer der Erde, sondern als ihr Pächter und Bruder. (...)  der für etwas, was ihm geliehen worden ist, Rechenschaft ablegen muss.
Sankt Hubertus ist wirklich ein Schutzpatron. Er schützt den Menschen vor Selbstüberschätzung und Beziehungslosigkeit. Er lässt ihn darum bitten, dass sich der Herr, wie im Geweih des Hubertushirsches, schützend vor seine Schöpfung stellt."
"DEUM DILIGITE ANIMALIA DILIGENTES"


http://www.change.org/de/Petitionen/papst-franziskus-wir-protestieren-gegen-die-hubertusmessen-und-waffensegnungen

http://www.lorieesser.com/protest-hubertusmesse-dom-speyer/


Kommentare:

  1. Hi Michaela,

    das ist doch pervers was die Kirche da treibt. Ich hatte keine Ahnung davon und bin Dir dankbar, dass Du darüber geschrieben hast. Alle Jäger, die ich kenne haben einen Dachschaden und eigentlich dürften die gar keine Waffe besitzen.

    Ich wünsche Dir einen schönen Sonntag und schicke Dir liebe Grüße in den Süden.

    Katharina

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    1. Hi Katharina,

      ja, ein gar verbreitetes Hobby vieler Pfaffen, für das Sie von ihren Schäfchen auch bewundert und geachtet sind...

      Liebe Novembergrüsse gen Norden =)

      Michaela

      Die "Hochwürdenjagd"

      (...) Auch auf Rehbockabschüsse wurde unser Pfarrer Baumann des öfteren von Jägern oder Gemeinden eingeladen. Einige seiner erlegten Rehböcke taufte man gleich an Ort und Stelle, so z.B. den "Luisbock", der genau am 21. Juni, dem Nenstag des Pfarrers, fiel. Oder den "Stoabock", den einige Witzbolde nach dem Aufbrechen des endlich geschossenen Tieres mit Steinen gefüllt haben.

      Mit einem "Waidmannsheil" danken wir unserem Herrn Pfarrer für sein offenes Herz für Wald und Flur. Wir wünschen Ihm noch weitere Rehbockabschüsse - die Namen für sie werden sich sicher finden! (...)

      http://www.treichler.at/media/bhn/baumann13.htm

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  2. Hallo Michaela,

    also, ich finde es ganz schlimm, dass Menschen nur so aus Spass Tiere töten, und hätte das von Geistlichen nicht erwartet. Das schockiert mich nun doch etwas, denn gerade sie predigen ja davon, dass man nicht töten soll.

    Hier auf dem Land gibt es natürlich viele Jäger, und sie dürfen ja sogar Katzen abschießen, die sich zu weit vom Dorf entfernen. Das ist wirklich schlimm, und ich bin froh, dass meine Katzen nicht mehr so oft raus gehen.

    Ich wünsche dir einen schönen Tag
    und sende dir viele liebe Grüße
    Conchi

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  3. Ja, liebe Conchi, sollte man meinen und man traut seinen Ohren und Augen zunächst nicht...sind leider keine Auswüchse..
    1000 Grüsse Euch :-)

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